Falk Bachmann IT Consulting

Connectivity Complexity → Simple Reliability

Schlagwort: Netzwerk-Performance

  • Bandbreite allein ist eine Falle! Echte Transparenz in bestehenden WLAN Installationen ist teuer.

    Du kennst das Szenario: Dein Netzwerk laggt, aber du weißt nicht warum. Es fühlt sich zäh an, sagt der User oder der Help-Desk.

    Die 5 Lag-Fallen, die ich letzte Woche gezeigt habe (Co-Channel Interference, Bufferbloat, Roaming-Jitter, TX-Power-Fehler, DNS-Latenz), könnten alle Kandidaten sein.  

    Für diese drei im speziellen wird es aufwendig:

    Das Problem: Um herauszufinden, welche Lag-Falle es ist, musst du normalerweise einen teuren Wi-Fi-Profi anrufen, der ein klassisches Survey vor Ort durchführt. Das kostet Zeit und Geld.

    Bis jetzt.

    SIDOS Deep Survey hat das gerade komplett umgekehrt: Du brauchst keinen Experten vor Ort. Du brauchst nicht mal technische Skills. Du packst ein Gerät in eine Box, schickst es zu deinem Standort – und bekommst professionelle Ergebnisse. Bis zu 95% günstiger.

    Und das Beste: Diese Daten helfen dir genau, die Lag-Fallen zu identifizieren und zu beheben.

    Warum klassische Surveys / Validierungen teuer sind

    Ein klassisches Wi-Fi Survey ist ein großer Aufwand:

    • Planung & Logistik: Wi-Fi-Pro Beauftragen und Dieser muss dann Reisen
    • Vor-Ort-Analyse: Mit Messgerät, Gebäudeplänen, spezialisierten Tools (WiFi Explorer, Wireshark, Sidekick, Ekahau, Hamina Wireless, Omnipeek etc.)
    • Messung an vielen Punkten: Manuell klicken, dokumentieren, auf der Karte positionieren
    • Kosten: 1.000 € – € XX.000 € + pro Standort + Reisekosten
    • Zeit: Meist 2 – 4 Wochen vom Termin bis zum Ergebnis der Analyse

    Fazit: Viele Unternehmen mit mehreren Standorten können sich eine solche klassische Survey einfach nicht leisten. Ergebnis? Sie wissen nicht, was mit ihrem Netzwerk los ist – und genau da liegen die Fallen versteckt, unentdeckt, kostspielig, ungelöst.

    Wenn 200 Standorte alle 3 Monate ein Survey bräuchten → wirtschaftlich unmöglich mit klassischen Methoden.​

    Die Lösung: SIDOS Deep Survey

    SIDOS hat einen radikalen Ansatz gewählt: Was wäre, wenn nicht-Experten Surveys durchführen könnten?

    Das bedeutet: Statt einen teuren Wi-Fi-Pro zu schicken, schickst du ein Gerät namens WAVE und eine Person, die nur eine Sache können muss – von einem Punkt zum nächsten gehen. Das war es.

    Wie Deep Survey funktioniert

    Schritt 1: Du (Wi-Fi-Pro) planst in der Cloud

    • Du loggst dich in die SIDOS Cloud (app.sidos.com) ein
    • Du erstellst Survey Pins – einfach identifizierbare Orte (z.B. „Rezeption“, „Konferenzraum“, „Lagerbereich“)​
    • Du platzierst diese Pins auf der Karte
    • Du ordnest einem WAVE-Gerät zu, welche Pins es messen soll 

    Schritt 2: Die Remote Person (nicht-Experte) macht die Messung

    • Sie erhält das WAVE-Gerät (ein tragbares sehr einfach zu bedienendes Messgerät)
    • Sie braucht: Gerät + Internet-Verbindung. Sonst nichts.
    • ✗ Keine App
    • ✗ Keine Logins
    • ✗ Keine Smartphones
    • ✗ Keine technischen Skills
    • Sie verbindet das Gerät mit dem Internet → Die Survey Daten für den Standort werden automatisch geladen
    • Sie folgt den Bildschirm Instruktionen: „Gehe zu Pin 1 (Rezeption), stehe dort xx Sekunden“​
    • Das WAVE-Gerät macht automatisch folgende Messungen:
    • 20+ Wi-Fi – Tests nach einer Best Practice Checkliste
    • Signalstärke-Messungen
    • Interference-Analyse
    • Kanalüberlappungs-Erkennung
    • Sie geht zu Pin 2, Pin 3, etc. → Insgesamt 10 – 15 Minuten pro Standort
    • Sie packt das Gerät zurück in die Box und schickt es zum nächsten Standort  

    Schritt 3: Du (WiFi-Pro) bekommst die Daten in der Cloud  

    Das ist die Magie: Während die Remote Person vor Ort war, hat die SIDOS-Cloud im Hintergrund:

    • Heatmaps erstellt für den gesamten Standort (basierend auf AI/ML-Modellierung der Gebäudestruktur)
    • 20+ WiFi-Tests ausgewertet und Ergebnisse dokumentiert
    • Historische Vergleiche ermöglicht (heute vs. letzter Monat vs. vor einem Jahr)
    • Detaillierte Daten bereitgestellt:
    • CCI (Co-Channel Interference) Erkennung – deine Lag-Falle #1
    • Kanal-Überlappungen – sichtbar gemacht RSSI (Signalstärke) Jitter – deine Lag-Falle #3
    • Roaming-Metriken – AP-Wechsel Qualität TX-Power Analysen – deine Lag-Falle #4
    • …viele Punkte aus Keith Parsons legendärer „Wi-Fi Checklist“ (https://wlanprofessionals.com/wi-fi-checklists/)

    Du öffnest die Sidos cloud, siehst Heatmaps, Trendanalysen, und kannst sofort sagen: „Ah, Lag-Falle #1 – Co-Channel Interference in Bereich B3. Ich sollte AP2 auf Kanal 6 ändern.“ 

    Konkrete Beispiele: Lag-Fallen identifizieren

    Beispiel 1: Co-Channel Interference (Lag-Falle #1)

    Du siehst in der Deep Survey Heatmap: – Zwei Bereiche mit roten Zonen (starke Interferenz).

    • Deep Survey Report zeigt: „Kanal 1, Kanal 1, Kanal 1 – alle APs senden auf Kanal 1.“

    Problem identifiziert. Du kannst dieses Problem schnell angehen.  

    Beispiel 2: Roaming-Lücken (Lag-Falle #3) & Tx-Power Fehler (Lag-Falle #4)

    Die Deep Survey zeigt: – An der Grenze zwischen zwei APs gibt es eine „tote Zone“ – Geräte springen wild hin und her.

    • Ein AP leuchtet einen viel zu großen Bereich aus.
    • Die Checkliste zeigt direkt eine zu niedrige/hohe Sendeleistung direkt an

    Problem identifiziert. Du kannst TX-Power (Sendeleistung) oder AP-Platzierung korrigieren.

    Beispiel 3: Historische Daten aus der Checkliste

    • September 2025: Alle Tests grün ✓
    • November 2025: Kanal Auslastungs-Tests rot, Tx-Power-Tests rot ⚠️

    Du weißt: Etwas hat sich zwischen September und November geändert. Ein neuer AP? Neue Nachbarn? Neue Interferenzquelle?  

    Mit Deep Survey siehst du genau wann es schlecht wurde.​

    Die Wirtschaftlichkeit: bis zu 95% Kostenersparnis

    Szenario: Du hast 200 Standorte über 15 Länder verteilt.  

    Klassisches Survey (der alte Weg):

    • Pro Standort: 2.000 € – 5.000 € (Wi-Fi-Pro Honorar)
    • Reisekosten: 500 € – 2.000 €
    • Total: 2.500 € – 7.000 € pro Standort
    • Für 200 Standorte 3x pro Jahr: 1.500.000 € – 4.200.000 €
    • 2.500 € pro Standort Im Idealfall

    Wenn wir einen Mengenrabatt und extrem reduzierte Reisekosten annehmen und das nochmal um unrealistische 50% reduzieren sind wir noch immer deutlich über 1.000 € pro Standort. Bei diesem Kostengerüst werden viele abgeschreckt und können solche Validierungen weder rechtfertigen noch finanzieren.  

    Deep Survey (der neue Weg):

    • Du bestellst 10x WAVE-Geräte (rund 3.000 € pro Gerät).
    • Du schickst sie in Serie weiter:
    • Standort 1: Remote Person macht Survey (15 min) → Schickt WAVE weiter
    • Standort 2: Remote Person macht Survey (15 min) → Schickt WAVE weiter Usw.

    Die vereinfachte Kostenrechnung:

    • 10 WAVE-Geräte (30.000 €)
    • 200 Standorte – je ein lokaler Mitarbeiter Aufwand durch Auspacken, Messen, Einpacken und verschicken – Zeit mit 50 € und 20 € Versand gerechnet 200 x 70 € = 14.000 € Dieser Prozess dreimal im Jahr ergibt 42.000 €
    • 100 Tage für kompletten Durchlauf (mit 5 Tagen Shipping zwischen Standorten)
    • 3 x pro Jahr durchführbar
    • Auswertung und Planung durch den Wi-Fi-Pro je Durchgang 5000 € -> 15.000 € in Summe
    • 145 € pro vor Ort Survey in jedem Standort
    • Für 200 Standorte 3x pro Jahr: 87.000 €

    Wir sind bei einer Kostenersparnis: von bis zu 95%  

    Das ist keine Theorie. Das ist echte Disruption. Das bedeutet: Orte, die sich bisher keinen Survey leisten konnten, bekommen jetzt vollständige Transparenz.​

    Warum das für deine Lag-Fallen kritisch ist

    Die 5 Lag-Fallen sind nicht magisch. Sie sind nicht unbekannt. Sie sind wissenschaftlich, messbar, nachvollziehbar. Aber sie bleiben unsichtbar, solange du nicht weißt, wo dein Netzwerk Symptome zeigt.  

    Mit Deep Survey:

    1. Du bekommst Transparenz. Statt zu raten „Ist es Co-Channel? Roaming? Sendeleistung?“, siehst du genau, was los ist. Die 20+ Tests sind der Geist von Keith Parsons Checkliste in automatisierte Form gegossen.
    2. Du kannst schnell reagieren. Wenn ein Standort in „Red-Zone“ geht, weißt du schnell Bescheid. Du kannst planen, wie du es löst.

    3. Du kannst Dein Wi-Fi Netzwerk überall messbar machen.

    • Bisher: Wurden nur 5 Standorte im Jahr validiert, da das Budget dies begrenzt.
    • Jetzt: 200 Standorte 3x pro Jahr, weil es 95% billiger ist.
    • Vorher waren 195 Standorte unsichtbar. Jetzt sind sie sichtbar.

    4. Du sprichst die gleiche Sprache wie moderne IT.  

    Wie du starten kannst

    Auch wenn es nur wenige Standorte sind oder zum ersten Test sein sollen:

    1. Kontaktiere uns oder SIDOS (www.sidos.com)
    2. Miete 1–2 WAVE-Geräte
    3. Plane deine Survey Pins in der Cloud, wir helfen Dir auch sehr gerne
    4. Schick die Geräte los
    5. Warte auf die Deep Survey Reports
    6. Nutze die Daten, um die Lag-Fallen zu beheben

    Kostenpunkt pro Standort:

    • Einmalig: WAVE-Gerät rund 3.000 € + Wi-Fi-Pro Beratung 1.500 €
    • Pro Survey: 970 € pro Standort (incl. Aufwand & Versand wie oben)  

    ROI:

    Wenn ein Lag-Problem dich €1.000/Monat kostet (verlorene Produktivität, schlechte UX, Support-Tickets), zahlt sich eine 970 € Deep Survey Messung direkt aus.

    Die Brücke zur Zukunft: WiFi 7 / 8 & Planung

    Deep Survey ist nicht das Ende – es ist der Anfang.

    Mit den Deep Survey Daten in der Hand kannst du:

    1. Schon heute besser planen mit SIDOS.ai (RF-Optimierung, Capacity Planning)
    2. 2026 gründlich vorbereiten für Wi-Fi 7, weil du deine Schwachstellen kennst
    3. Wi-Fi 7 Einführung glätten mit einem bereits optimiertem Fundament

    Wi-Fi 8 wird noch intelligenter, aber es wird nur dann perfekt, wenn die Planung heute schon smart war. Dazu wird es noch mehr geben im Februar ’26.

    Meine Frage an dich

    • An wie vielen deiner Standorte hast du 2025 ein Netzwerk-Assessment durchgeführt?
    • Wenn die Antwort kleiner als „alle“ ist – dann sind dort ganz bestimmt Lag-Fallen versteckt, die versteckte Kosten erzeugen bis daraus ein großes Problem erwächst.

     Nächster Schritt:

    1. Evaluiere SIDOS Deep Survey
    2. Mach einen Pilot mit 2–3 Standorten
    3. Vergleiche die Ergebnisse mit klassischen Surveys (falls du dich traust 😉)  

    Wer mehr dazu erfahren möchte kann hier den Vortrag von Mika Hakala in Prag 2025 anschauen: Can Anyone Do a Wi-Fi Survey | Mika Hakala | WLPC Prague 2025

  • WLAN in Zügen – Warum Bandbreite allein nicht reicht

    Einleitung

    Die aktuelle Ookla-Studie zum Bahn-WLAN in Europa hat für Aufsehen gesorgt. Die Ergebnisse zeigen dramatische Unterschiede zwischen den Ländern: Schweden führt das Ranking mit beeindruckenden 64,58 Mbps an, während Spanien (1,45 Mbps), Großbritannien (1,09 Mbps) und die Niederlande deutlich zurückfallen. Deutschland liegt mit 12,13 Mbps im Mittelfeld.

    Doch diese Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Was in der öffentlichen Diskussion und auch in vielen technischen Analysen häufig zu kurz kommt, ist ein entscheidender Faktor für die tatsächliche Nutzererfahrung: die Latenz.

    Das übersehene Problem: Latenz als ein Schlüsselfaktor der User Experience

    Während die sog. Bandbreite – also die Download- und Upload-Geschwindigkeit – in den meisten Berichten prominent hervorgehoben wird, fristet die Latenz ein Schattendasein. Dabei ist sie für die tatsächliche User Experience mindestens genauso entscheidend.

    Leider ist die Studie hier auch etwas ungenau, denn kurz zuvor wird noch von 4G / 5G und deren vorwiegende Nutzung in Asien berichtet. Somit bleibt offen ob die Zahlen, die dann folgen sich noch auf Wi-Fi Systeme in den Fahrzeugen oder Direktverbindungen der Nutzer via 4G / 5G beziehen. Nach meiner persönlichen Erfahrung und meinen eigenen Messungen innerhalb Europas, sollten dies Messwerte von Direktverbindungen ohne eine Wi-Fi Verbindung im Fahrzeug sein.

    Die Ookla-Studie zeigt auch hier erhebliche Unterschiede:

    • Taiwan: bemerkenswerte 13ms
    • Polen: 92ms
    • Europa: stark schwankende Werte zwischen den verschiedenen Bahnbetreibern

    Was ist Latenz und warum ist sie so wichtig?

    Latenz bezeichnet die Verzögerungszeit, die ein Datenpaket benötigt, um vom Sender zum Empfänger zu gelangen. Während die Bandbreite bestimmt, wie viel Daten übertragen werden können (vergleichbar mit der Breite einer Straße), definiert die Latenz, wie schnell die Kommunikation erfolgt (vergleichbar mit der Geschwindigkeitsbegrenzung).

    Für moderne Anwendungen macht dieser Unterschied den entscheidenden Unterschied:

    Videokonferenzen und VoIP: Hohe Latenz führt zu verzögerten Reaktionen, unterbrochenen Gesprächen und dem gefürchteten Echo-Effekt. Eine Latenz über 150ms macht Videokonferenzen praktisch unbrauchbar, selbst wenn die Bandbreite ausreichend ist.

    Cloud-Anwendungen: Bei der Arbeit mit cloudbasierten Tools wie Microsoft 365, Google Workspace oder Salesforce führt hohe Latenz zu trägen Benutzeroberflächen und frustrierenden Wartezeiten. Jeder Klick, jede Eingabe muss erst den Weg zum Server und zurück nehmen.

    Collaboration-Tools: Verzögerte Synchronisation bei Tools wie Miro, Figma oder gemeinsamen Dokumenten führt zu Konflikten bei gleichzeitigem Arbeiten und reduziert die Produktivität erheblich.

    Remote Desktop und VPN: Hier wird hohe Latenz besonders schmerzhaft spürbar. Die Verzögerung zwischen Mausbewegung und Bildschirmreaktion macht konzentriertes Arbeiten nahezu unmöglich.

    Ein praktisches Beispiel

    Betrachten wir zwei hypothetische Züge:

    Zug A: 30 Mbps Bandbreite, 20ms Latenz
    Zug B: 40 Mbps Bandbreite, 80ms Latenz

    Auf den ersten Blick erscheint Zug B „schneller“. Doch für die meisten produktiven Tätigkeiten – E-Mails schreiben, in Cloud-Dokumenten arbeiten, an Videokonferenzen teilnehmen – bietet Zug A die deutlich bessere User Experience. Die niedrigere Latenz sorgt für ein reaktionsfreudiges, flüssiges Arbeiten, während Zug B trotz höherer Bandbreite träge und frustrierend wirkt.

    Ein großes Video-File würde in Zug B zwar schneller herunterladen, aber die alltägliche Arbeit mit interaktiven Anwendungen wäre in Zug A wesentlich angenehmer.

    Die technische Herausforderung bei Zügen

    Die Latenzproblematik bei Zügen ist besonders komplex und unterscheidet sich grundlegend von stationären oder langsam bewegten Verbindungen:

    Handover-Problematik

    Ein Zug, der mit 150 km/h fährt, wechselt alle 45-60 Sekunden die Funkzelle. Jeder dieser Handover-Vorgänge verursacht Latenzspitzen, die die Verbindung kurzzeitig beeinträchtigen oder sogar komplett unterbrechen können. Auf genau diese Bedingungen müssen die Eisenbahnverkehrsunternehmen Rücksicht bei der Planung und dem Betrieb von Wi-Fi Systemen in Fahrzeugen nehmen.

    Infrastruktur-Heterogenität

    Züge fahren durch unterschiedliche Regionen mit verschiedenen Ausbaustufen der Mobilfunknetze. Von 5G in Ballungszentren bis zu schwachem 4G – die Technologiewechsel beeinflussen sowohl Bandbreite als auch Latenz dramatisch.

    Multi-RAT-Switching

    Moderne Zugverbindungssysteme nutzen oft mehrere parallel aktive Verbindungen (4G, 5G, eventuell Satellit) und müssen intelligent zwischen diesen wechseln. Dies erhöht die Komplexität und kann zu Latenz-Inkonsistenzen führen. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede zwischen Architekturen, Herstellern und Methoden der Lastverteilung.

    Neue Technologieansätze

    Interessanterweise zeigen neuere Technologien wie Starlinks Satellitenlösungen für Züge vielversprechende Ergebnisse. Trotz der großen Entfernung zum Satelliten werden Latenzen unter 40ms erreicht – ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Problem technisch lösbar ist.

    Auch 5G-Standalone-Netze mit Network Slicing versprechen deutliche Verbesserungen, da sie dedizierte Netzressourcen mit garantierten Latenzwerten bereitstellen können.

    Weitere wichtige Metriken: Jitter und Paketverlust

    Neben Bandbreite und Latenz gibt es weitere oft übersehene Faktoren:

    Jitter bezeichnet die Schwankung der Latenz über die Zeit. Eine durchschnittliche Latenz von 40ms mit einem Jitter von 30ms bedeutet, dass die tatsächliche Latenz zwischen 10ms und 70ms schwankt – verheerend für Echtzeitanwendungen.

    Paketverlust führt zu Verbindungsabbrüchen und Neuübertragungen, die die wahrgenommene Performance drastisch verschlechtern, selbst wenn die nominelle Bandbreite hoch ist.

    Die ganzheitliche Formel für User Experience

    Die Nutzererfahrung bei mobiler Konnektivität lässt sich nicht auf eine einzelne Metrik reduzieren. Stattdessen müssen wir sie als Funktion mehrerer Faktoren verstehen:

    User Experience = f (Bandbreite, Latenz, Stabilität, Jitter, Paketverlust)

    Jeder dieser Faktoren spielt eine wichtige Rolle, und Schwächen in einem Bereich können nicht einfach durch Stärken in einem anderen kompensiert werden. Ein ganzheitliches Qualitätsmanagement muss alle Parameter im Blick haben.

    Implikationen für Bahnbetreiber und Technologieanbieter

    Die Fokussierung auf Bandbreite in Marketing und Kommunikation ist verständlich – sie ist leicht zu messen und zu kommunizieren. Doch sie greift zu kurz. Bahnbetreiber und Technologieanbieter sollten:

    1. Transparente Latenz-Messungen in ihre Qualitätskriterien aufnehmen
    2. Realistische Performance-Tests durchführen, die echte Nutzungsszenarien abbilden
    3. In Technologien investieren, die niedrige und stabile Latenzen ermöglichen
    4. Die Nutzerkommunikation erweitern und nicht nur mit Geschwindigkeit werben

    Fazit: Die richtige Frage stellen

    Für eine ganzheitliche Bewertung der Konnektivität in Zügen müssen wir über reine Download-Geschwindigkeiten hinausdenken. Erst wenn wir alle Performance-Metriken betrachten – Bandbreite, Latenz, Stabilität, Jitter und Paketverlust – können wir wirklich beurteilen, ob ein WLAN-System den Anforderungen moderner mobiler Arbeitsweisen gerecht wird.

    Die Frage sollte nicht lauten: „Wie schnell ist das WLAN?“

    Sondern: „Kann ich damit produktiv arbeiten?“

    Nur mit einem ganzheitlichen Verständnis der Performance-Parameter können wir die mobile Konnektivität schaffen, die Reisende im Jahr 2025 erwarten und benötigen.

    Für Fragen zu diesem Themenkomplex können Sie uns jederzeit kontaktieren.