Executive Summary
Vor acht Monaten war ich skeptisch, ob der Hamina Clip nicht nur auf dem Datenblatt überzeugen kann. Mich interessierte, ob ein so kleines Messgerät im echten Projektalltag tatsächlich eine professionelle Rolle spielen würde.
Heute ist die Antwort klar: Der Clip ersetzt nicht jedes große Survey-System und schon gar keinen echten Spectrum Analyzer. Aber er hat etwas geschafft, das im Alltag oft wichtiger ist als die längste Feature-Liste: Er ist fast immer dabei und deshalb wird auch tatsächlich gemessen.
Genau darin liegt für mich nach acht Monaten der größte Wert. Der Clip senkt die Hürde zwischen „Man müsste das WLAN einmal überprüfen“ und „Ich messe es jetzt direkt nach“.
Vom ersten Eindruck zum Alltag
Als ich den Clip erstmals vorgestellt habe, standen vor allem Größe, Preis und der kabellose Workflow im Vordergrund. Mein damaliges Fazit lautete sinngemäß: Clip ist der Messkopf, das Smartphone ist die Intelligenz – zusammen ergeben sie ein erstaunlich agiles Survey-System. Schon in meinem ersten LinkedIn-Beitrag bezeichnete ich ihn als ernsthafte Option für alle, denen professionelle Wi-Fi-Surveys bisher zu teuer erschienen. [1]
Acht Monate später würde ich die Aussage etwas anders formulieren:
Der Preis öffnet die Tür, aber die geringe Reibung im Alltag sorgt dafür, dass man hindurchgeht.
Professionelle Messgeräte helfen nur, wenn sie geladen, griffbereit und schnell einsatzfähig sind. Der Clip wiegt unter 290 Gramm, unterstützt 2,4; 5 und 6 GHz und verbindet sich per Bluetooth Low Energy oder USB-C mit iPhone, iPad oder Mac. In der Praxis verändert das genau den gesamten Ablauf vor Ort. [2, 3]
Kein separates Kabel zwischen Messgerät/Sensor und Tablet. Kein Adapter-Konstrukt. Kein Kabel, das in der Praxis an Türklinken hängen bleibt.
Clip einschalten, Onsite öffnen und loslegen; eine manuelle Kopplung in den Bluetooth-Einstellungen ist nicht erforderlich. [3]
Acht Monate Produktentwicklung
Bei der Vorstellung im Kino in Helsinki war der Clip nicht nur eine neue Hardware. Gleichzeitig wurde eine neue Generation von Hamina Onsite angekündigt – mit schnellerer Diagnose, Visualisierung von Connectivity- und Speed-Problemen, AP-Lokalisierung und Surveys ohne vorhandenen Grundriss auf geeigneten iPhone- und iPad-Pro-Modellen. Damals war bereits klar, dass nicht alle gezeigten Ideen am ersten Tag fertig sein würden. [4]
Wie stark sich das System danach weiterentwickelt hat, wird erst beim Blick in die Release Notes sichtbar. Vom ersten dort dokumentierten Update nach der Vorstellung am 27. Januar bis zum 29. September veröffentlichte Hamina 39 datierte Release-Pakete. In 33 davon finden sich nach meiner Auswertung mindestens eine Änderung oder Fehlerkorrektur mit direktem Bezug zum Thema Survey, gemessenen Access Points, Heatmaps, Onsite, PCAP, Live View oder Orb. Reine Ergänzungen der AP- und Antennendatenbank sind dabei natürlich nicht mitgezählt. [5]
Viele Verbesserungen betreffen Planner, Survey-Auswertung, Reporting oder Live View. Genau das ist jedoch für die Praxis relevant: Der Nutzen des Clip entsteht aus dem gesamten Workflow und nicht allein aus den zwei Radios im Gehäuse. Wer noch Vorschläge hat kann unter https://feedback.hamina.com/ jederzeit neue Ideen in das Produkt einbringen und auch abstimmen, welche Vorschläge umgesetzt werden soll.
Zu den wichtigsten Veränderungen seit Januar 2026 gehören:
- Live View verließ im Februar die Betaphase.
Kurz darauf kamen Orb-RSSI und eigene Live-View-Reports hinzu. [5] - Der Survey Explorer wurde erweitert.
Dazu zählen Channel Utilization sowie zusätzliche Informationen über gemessene Access Points. [5] - Die Survey-Auswertung wurde detaillierter.
Tertiary Coverage kam in Survey Reports hinzu, Heatmap-Berechnung und Auto-Scope wurden später beschleunigt. [5] - Das AP- und BSSID-Handling wurde mehrfach verbessert.
Gemessene APs lassen sich manuell zusammenführen, wieder automatisch gruppieren und bei mehreren BSSIDs gezielt aufteilen; Ende September ergänzte Hamina eine Gruppierung auf Basis von RSSI und TSF. [5] - Packet Captures wurden Teil des Survey-Workflows.
Seit Juni kann ein PCAP einer Survey-Session direkt heruntergeladen werden. [5] - Survey-Projekte wurden besser wiederverwendbar.
Seit Juli lassen sich Projekte einschließlich ihrer Survey-Daten duplizieren. [5] - Gemessene APs liefern mehr Kontext.
Seit August zeigt Hamina bei Access Points aus Site Surveys auch die Zahl der unterstützten Spatial Streams an. [5] - Orb und Live View wurden weiter verzahnt.
Neben Orb-RSSI wurden unter anderem die Bewertungsgrenzen angepasst, Orb-Namen als Fallback verwendet und gematchte Orb-Clients in der Liste priorisiert. [5]
Mein Eindruck nach acht Monaten bezieht sich deshalb nicht mehr auf dasselbe Produkt, das damals in Helsinki auf der Leinwand zu sehen war. Die Hardware ist weitgehend dieselbe geblieben, ihr praktischer Einsatzbereich und die Qualität des umgebenden Workflows aber nicht. Hamina hat aus dem Clip schrittweise eine Plattform gemacht, die Survey, Troubleshooting, Packet Capture, Experience-Messung und laufende Netzwerkbeobachtung enger zusammenführt.
Was sich wirklich verändert hat
Der größte Unterschied ist nicht die Heatmap. Es ist auch nicht Wi-Fi 7. Es ist die Bereitschaft, eine Messung überhaupt zu starten.
Früher war ein Survey häufiger ein bewusst geplanter Arbeitsschritt: Hardware vorbereiten, Tasche packen, Kabel kontrollieren, Tablet oder Notebook laden und anschließend das komplette Setup durch das Gebäude tragen. Mit dem Clip wurde aus diesem besonderen Termin viel öfter ein normaler Teil der Arbeit. Dies begründet sich durch die einfache Nutzung und die Geschwindigkeit mit diesem Werkzeug.
Das zeigt sich vor allem in vier Situationen:
- Post-Deployment-Validierung: Nach der Installation lässt sich unmittelbar prüfen, ob die reale Funkabdeckung zur Planung und zu den definierten Anforderungen passt.
- Troubleshooting: Bei einer konkreten Beschwerde kann zuerst gemessen werden, bevor Vermutungen über Access Points, Kanäle oder Sendeleistungen entstehen.
- AP-on-a-Stick: Reale Messungen eines temporär positionierten Access Points ergänzen oder korrigieren die Simulation, bevor endgültig montiert wird. Meine persönliche Erfahrung und die Best Practices der meisten Hersteller beschreiben diesen Ansatz ausdrücklich als Grundlage zur Erstellung belastbarer Heatmaps. [6]
- Spot Checks: Auch wenn kein vollständiger Survey geplant ist, liefern einzelne Messpunkte oder kurze Wege schnell ein objektiveres Bild als ein Blick auf die WLAN-Anzeige des Smartphones oder ein punktueller Speed-Test.
Hamina Onsite aktualisiert Heatmaps während der Messung und stellt unter anderem Primary und Secondary Coverage, SNR sowie Wi-Fi-basierte Interferenzinformationen dar. Das ist im Feld entscheidend: Wenn ein Bereich nicht plausibel aussieht, kann ich sofort noch einmal messen, den Grundriss kontrollieren oder einen zusätzlichen Weg aufnehmen. Fehler werden nicht erst Stunden später bei der Nachbearbeitung sichtbar. Gerade die Arbeit in Teams die gemeinsam große Umgebungen vermessen wird somit beschleunigt und sofort visualisiert. [7]
Der unsichtbare Vorteil
In Büros, Bahnhöfen, Zügen, Hotels oder öffentlichen Bereichen spielt nicht nur die technische Qualität eine Rolle. Auch die Wirkung der Ausrüstung auf andere Menschen verändert den Ablauf.
Ein großes Messgerät mit Kabeln zieht Blicke und Fragen an. Der Clip hängt am Gürtel, Rucksack oder Gurt und fällt kaum auf. Das klingt banal, ist aber ein echter Produktivitätsfaktor: Ich kann mich auf die Position im Grundriss, mein Gehtempo und die Messdaten konzentrieren, statt ständig die Hardware zu erklären.
Dieser Effekt war bereits nach den ersten Einsätzen erkennbar. Nach acht Monaten halte ich ihn für einen der wichtigsten Vorteile des gesamten Konzepts. [2][ 7]
Zwei Radios reichen erstaunlich oft
Beim Launch war eine Frage sofort präsent: Sind zwei Tri-Band-Radios für professionelle Surveys ausreiched?
Der größere Oscium Nomad arbeitet mit vier Radios und bleibt damit für bestimmte anspruchsvolle Aufgaben die leistungsfähigere Plattform. Hamina selbst ordnet den Clip bewusst anders ein: Zwei Radios seien für schnelle, auch größere Surveys ausreichend, solange der Scan-Algorithmus passend optimiert ist; für besonders extreme Umgebungen wie ein voll belegtes Stadion wird diese Aussage ausdrücklich eingeschränkt. [8]
Meine Erfahrung fällt ähnlich aus. Bei typischen Office-, Retail-, Lagerhallen- und Troubleshooting-Szenarien war die geringere Radioanzahl im Arbeitsablauf viel seltener relevant als zunächst erwartet. Entscheidend sind ein sauberes Survey-Tempo, korrekte Positionierung im Plan und eine Wege Wahl, die zur Umgebung passt.
Trotzdem gilt: Zwei Radios sind nicht plötzlich vier. Wer mehrere Kanäle parallel beobachten muss, sehr große High-Density-Umgebungen untersucht oder gleichzeitig tief in das Spektrum einsteigen möchte, sollte den Nomad oder eine andere spezialisierte Plattform nicht vorschnell ersetzen. Jedoch sind diese Einsatzszenarien nach den letzten acht Monaten Erfahrung deutlich seltener als Anfangs erwartet.
Der Workflow zählt
Ein Continuous Survey sieht einfach aus: gehen, auf den Grundriss tippen und Daten sammeln. Eine gute Messung bleibt trotzdem Handwerk.
Die App verteilt die während eines geraden Wegsegments erfassten Werte entlang der Strecke. Deshalb müssen Geschwindigkeit, Start- und Endpunkte sowie Richtungsänderungen sauber erfasst werden. Türen, Gespräche, Treppen und volle Flure machen eine Messung nicht unmöglich, aber sie verlangen Aufmerksamkeit.
Nach acht Monaten hat sich für mich ein einfacher Ablauf bewährt:
- Projekt vorbereiten: Grundriss, Maßstab, Anforderungen und relevante SSIDs vor dem Termin prüfen.
- Clip und Endgerät laden: Die offiziell angegebene Laufzeit liegt bei mehr als fünf Stunden und das kann man je nach Umgebung auch wirklich erreichen; bei längeren Einsätzen kann gleichzeitig per USB-C geladen und weitergemessen werden. In der Praxis habe ich immer eine Powerbank dabei und kann so in kurzen Pausen nachladen oder auch „am Gürtel“ laden. [9][2]
- Mit einem Plausibilitätscheck beginnen: Stimmen erkannte BSSIDs, Bänder, Kanäle, Datenraten und Signalpegel ungefähr mit der Erwartung überein?
- Messmodus passend wählen: Punktmessungen für kritische Orte, Linien beziehungsweise Continuous Survey für zusammenhängende Flächen.
- Auffälligkeiten direkt nachmessen: Eine rote Fläche ist zunächst ein Hinweis, noch keine Diagnose.
- RF und Nutzererlebnis trennen: Gute Coverage beweist weder geringe Latenz noch zuverlässige Anwendungen.
- Erst Ursache, dann Änderung: Kanal, Sendeleistung oder AP-Position nicht allein aufgrund einer hübschen oder unschönen Heatmap verändern.
- Nach jeder Änderung erneut validieren: Sonst wurde nur konfiguriert, nicht nachgewiesen.
Die wichtigste Erkenntnis dabei: Der Clip macht Surveys einfacher und vor allem zugänglicher, aber er macht aus einer schlechten Messmethodik keine gute.
Mehr als Hamina Onsite
Im Alltag wurde der Clip für mich interessanter, als er nicht mehr nur ein Sensor für Hamina Onsite war.
WiFi Explorer Pi unterstützt den Clip als externen Sensor auf iPhone und iPad. Das ist relevant, weil iOS Apps fast keinen direkten Zugriff auf die benötigten Wi-Fi-Informationen gewährt; der externe Sensor übernimmt das Scanning und macht damit eine professionelle mobile Analyse überhaupt erst möglich. Für den schnellen Blick auf BSSIDs, Kanäle, Security, Signalpegel und Information Elements ist diese Kombination sehr praktisch. [10]
Im Mai kam außerdem die Unterstützung des Clips in Airtool 2 hinzu. Damit erweitert sich die Rolle vom Survey-Sensor in Richtung Packet Capture und detaillierter Protokollanalyse. Das ersetzt kein vorbereitetes Capture-Setup für jeden Spezialfall, macht den Clip aber zu einem vielseitigeren Werkzeug, das häufiger im Rucksack dabei ist. [11]
Genau dieses Zusammenspiel ist für mich wichtig: Onsite für Survey und Validierung, WiFi Explorer Pi für die schnelle Wi-Fi-Analyse und Airtool für Packet Captures. Der Wert liegt nicht nur in einer einzelnen App, sondern in der Wiederverwendung derselben kompakten Hardware für mehrere Arbeitsschritte.
RF trifft Nutzererlebnis: Orb in Onsite
Eine der für mich wichtigsten Erweiterungen der letzten Monate ist die Orb-Integration in Hamina Onsite. Sie schließt eine Lücke, die bei klassischen WLAN-Surveys immer wieder sichtbar wird: Eine gute RF-Heatmap beweist noch nicht, dass sich das Netzwerk für den Anwender auch gut anfühlt.
Der Clip beschreibt zunächst die Funkumgebung. Er liefert Daten zu Signalpegel, SNR, Abdeckung, Redundanz und Wi-Fi-Interferenz. Orb betrachtet dagegen den tatsächlich nutzbaren Verbindungspfad und bewertet die Erfahrung anhand von Responsiveness, Reliability und Speed. Daraus entsteht der Orb Score zwischen 0 und 100. [12][13]
In Hamina Onsite ist diese Funktion direkt in den mobilen Workflow eingebaut.
Gerade beim Troubleshooting verhindert diese Kombination vorschnelle Schlussfolgerungen. Eine hohe Datenrate in einem klassischen Speedtest kann kurze Aussetzer, Paketverlust oder schlechte Responsiveness verdecken. Orb arbeitet stattdessen mit kontinuierlichen, leichtgewichtigen Messungen und verdichtet die Ergebnisse aus Responsiveness, Reliability und Speed zu einem gemeinsamen Score. [14][13]
Für meinen praktischen Ablauf bedeutet das:
- Zuerst prüfe ich mit Clip und der Onsite App die RF-Situation.
- Danach vergleiche ich auffällige Bereiche mit dem Orb Score und den zugrunde liegenden Verbindungsmetriken.
- Stimmen RF- und Orb-Bild nicht überein, erweitere ich die Fehlersuche über das WLAN hinaus.
- Nach einer Änderung wiederhole ich beide Perspektiven, statt nur die Signal-Heatmap zu betrachten.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen zwei Integrationen.
- Orb in Hamina Onsite begleitet die aktive Messung vor Ort.
- Orb in Hamina Live View verbindet dagegen dauerhaft installierte Orb-Endpunkte per API mit einem Planner-Plus-Projekt und ergänzt Clientdaten um Orb Score, Lag, Packet Loss sowie weitere Ende-zu-Ende-Metriken. Onsite ist damit das Werkzeug für den mobilen Praxiseinsatz; Live View erweitert denselben Gedanken in Richtung kontinuierlicher Betriebsbeobachtung. [15][16][4]
Für mich macht genau diese Verbindung den Clip-Workflow vollständiger: Der Sensor zeigt, was in der Luft passiert, Orb zeigt, was davon beim Nutzer ankommt. Eine echte Verbindung von OSI Layer eins zum Layer sieben.
Was der Clip nicht ist
Nach acht Monaten gehört auch eine klare Abgrenzung zu einem ehrlichen Praxisbericht.
Kein Spektrum Analyzer
Der Clip kann sehr nützliche Aussagen über Kanäle, BSSIDs, Signalpegel und Wi-Fi-basierte Auslastung ableiten. Fast alle modernen Wi-Fi Access Points liefern jedoch grundlegende Daten zur Kanalauslastung mit, die einem die Hamina Onsite App anzeigt. Somit kann man in den allermeisten Fällen beruhigt ohne einen echten Analyzer viel erreichen und sehen. Da man hiermit die Auswirkungen einer HF Störung auf die Wi-Fi Infrastruktur ablesen kann, hierbei wird nur indirekt eine Störung im Spektrum sichtbar.
Der Clip misst aber keine rohe RF-Energie wie ein echter Spektrum Analyzer. Hamina weist diese Grenze selbst aus: Für rohe Spektraldaten wird beispielsweise ein Nomad mit unterstütztem externem Spektrum Analyzer benötigt. [7][2]
Eine Mikrowelle, ein Videosender oder eine andere Nicht-Wi-Fi-Störquelle lässt sich daher nicht allein mit einer Wi-Fi-Heatmap abschließend diagnostizieren. Allerdings ist dies in den meisten Anwendungen in der Praxis auch nicht notwendig, da alle hinreichenden Auswirkungen auf das Netzwerk meist schon vorliegen.
Wer derartige Ursachen vermutet, braucht das passende zusätzliche Werkzeug.
Kein Ersatz für Fachwissen
Eine Heatmap ist eine Visualisierung, keine fertige Ursachenanalyse. Schlechte Primary Coverage, zu viel Secondary Coverage, Co-Channel Contention, falsche Kanalbreiten und ein problematisches Roaming-Verhalten können ähnlich aussehen, aber unterschiedliche Maßnahmen verlangen.
Der Clip senkt die Einstiegshürde für professionelle Messungen. Er hebt die physikalischen Grundlagen und die Verantwortung für sinnvolle Anforderungen und passende Konfigurationen nicht auf.
Kein alleiniger Beweis für gute Anwendungen
Passive Site Surveys liefern besonders umfangreiche RF-Daten, weil die Sensoren Beacons und weitere Management-Informationen der sichtbaren Netze erfassen. Damit lässt sich jedoch nicht automatisch beweisen, dass DNS, DHCP, WAN, VPN, SaaS, Gaming, SAP oder Videokonferenzen gut funktionieren. [17]
Die Orb-Integration erweitert diese Sicht erheblich, bleibt aber ein Diagnosebaustein. Ein guter Orb Score zeigt eine gute gemessene Ende-zu-Ende-Erfahrung, beweist jedoch nicht automatisch, dass jede geschäftskritische Anwendung und jeder mögliche Client fehlerfrei arbeitet. Deshalb sollten RF-Daten, Orb-Metriken und anwendungsspezifische Tests gemeinsam betrachtet werden.
Kabellos mit BLE oder doch mit Kabel?
Die drahtlose Verbindung ist der zentrale Vorteil des Clips und hat sich in meinem Alltag als erstaunlich unauffällig erwiesen. Genauso sollte Infrastruktur funktionieren: Man beschäftigt sich mit dem Netzwerk des Kunden und nicht mit dem Transportweg zwischen Sensor und Display.
Trotzdem bleibt USB-C sinnvoll. In besonders schwierigen RF-Umgebungen, bei langen Sessions oder wenn absolut kein Risiko für eine Unterbrechung akzeptabel ist, ist das Kabel kein Rückschritt, sondern eine pragmatische Option. Zur Messung die ich im iX Artikel verlinkt habe wurde die BLE Verbindung mit über 600 SSIDs auf eine harte Probe gestellt und brillierte schon vor sieben Monaten erstaunlich unauffällig. [3] [21]
Für mich lautet die Regel nach acht Monaten im Feldeinsatz: BLE ist der Normalfall, USB-C die Reserve.
Kleine Hardware, größere Wirkung
Mein erster Beitrag zum Clip konzentrierte sich stark darauf, dass professionelle WLAN-Validierung nicht automatisch ein großes und teures Messgerät voraussetzt. Später habe ich es auf LinkedIn noch kürzer formuliert: „Wer nicht validiert, verliert.“ Der dazu geteilte iX-Test ordnete den Clip ebenfalls als kompakten WLAN-Validierer ein. [18]
Nach acht Monaten würde ich ergänzen: Wer nur dann validiert, wenn das komplette Spezial-Equipment bereits eingeplant ist, validiert in der Praxis viel zu selten.
Der Clip verändert nicht die Physik. Er verändert das Verhalten des WLAN Planers/Engineers. Das Werkzeug ist klein, schnell einsatzbereit und vielseitig, so wird aus einer Vermutung häufiger eine Messung und aus einer Konfigurationsänderung eine nachgewiesene Verbesserung für die Nutzer.
Mein Fazit nach acht Monaten
Der Hamina Clip ist nicht mein einziges WLAN-Werkzeug. Aber das Werkzeug das ich immer dabei habe.
Für komplexe Spektrumanalysen, extreme High-Density-Umgebungen oder Aufgaben mit maximaler paralleler Erfassung bleiben größere und spezialisierte Systeme sinnvoll. Für den überwiegenden Teil meiner üblichen Validierungs-, AP-on-a-Stick- und Troubleshooting-Aufgaben hat sich der Clip jedoch als sehr gut einsetzbar und hinreichend erwiesen.
Die drei wichtigsten Gründe sind:
- Er ist klein genug, um wirklich mitgenommen zu werden.
- Er ist schnell genug einsatzbereit, um auch kurze Messungen zu rechtfertigen.
- Er liefert mit Hamina Onsite, WiFi Explorer Pi und Airtool mehrere professionelle Workflows auf einer Hardware. [20][10][11]
Mein wichtigster Satz aus dem ersten Beitrag bleibt daher bestehen:
Clip ist der Messkopf, das Smartphone ist die Intelligenz. Entscheidend ist, dass beide im richtigen Moment dabei sind.
Wer regelmäßig WLAN plant, installiert, betreibt oder nach Fehlern & Symptomen sucht, sollte nicht fragen, ob der Clip jedes andere Werkzeug ersetzt. Die bessere Frage lautet:
Wie viele Probleme hätte ich in den vergangenen acht Monaten früher gemessen, wenn ein professioneller Sensor immer in meiner Tasche gewesen wäre?
Referenzen
- Falk Bachmann – haminaclip – Falk Bachmann Connectivity Architect | 20+ Yrs Wired/Wireless Expert (CCIE/CWNE/HCNA) | Making netwo…
- Hamina Clip – Wi-Fi Site Survey and Troubleshooting Device – Hamina Clip is a compact, tri-band Wi-Fi site survey device built for professionals—fast, cable-free…
- Hamina Clip – Knowledgebase / Handbuch
- To end bad Wi-Fi, Hamina introduces an easy, affordable Wi-Fi site … – Discover Hamina Clip, a compact, AI-powered Wi-Fi diagnostics tool that simplifies network troublesh…
- Hamina Release Notes
- How to do AP-on-a-Stick Surveys – AP-on-a-Stick (APoS) uses measurements from real AP placements to create heatmaps, which can then be…
- Hamina Onsite I The most reliable site survey solution – Hamina Onsite + Oscium Nomad. The most reliable site survey solution. Validate, troubleshoot and see…
- WLPC Phoenix 2026: Here’s What You Missed – Blog – Hamina – The Hamina team kept busy at WLPC Phoenix 2026 with four presentations covering everything from site…
- 2026 Mid-Year Recap: Clip, AI-Powered Design, Real-Time … – Discover Hamina Wireless’s latest innovations, including the Hamina Clip, AI-powered Wi-Fi design to…
- Wifi Explorer – DISCOVER • ANALYZE • TROUBLESHOOT See every Wi-Fi network clearly. Scan nearby networks, inspect cha…
- Airtool 2 Release Notes – Airtool 2 Release Notes Known Issues Capturing with the built-in Wi-Fi adapter on Macs equipped with…
- Orb Datasets – Reference documentation for Orb dataset schemas including Scores, Responsiveness, and Speed data.
- Orb Cloud – View, manage, and analyze your Orb network data in the cloud with analytics, status monitoring, and …
- Why is my Wi-Fi bad? And how do I fix it? Complete … – Blog – Put simply, an Orb Score over 80 is considered good, while over 90 is great. Hamina has now integrat…
- Orb – Hamina Knowledgebase
- Orb for Hamina Live View – This integration displays Orb Score and lag measurements for Orb-equipped client devices alongside y…
- Site Surveys – Hamina Onsite can also display a heatmap live while you survey, giving you instant feedback about wh…
- Falk Bachmann – Kompakter WLAN-Validierer im Test – Hamina Clip: Kompakter WLAN-Validierer im Test. Falk Bachmann Connectivity Architect | 20+ Yrs Wired…
- Hamina Clip: Kompakter WLAN-Validierer im Test – Hamina Wireless hat mit Clip ein kompaktes Messgerät für Wi-Fi-Site-Surveys auf den Markt gebracht. …
- Hamina: Beispielreport eines öffentlichen Gebäudes
- iX Artikel: Kompakter WLAN-Validierer: Hamina Clip


















